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Münchner Verkehrs- und Tarifverbund

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Der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund GmbH (MVV) gewährleistet den öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) in München und Umgebung. Er koordiniert die Zusammenarbeit der im Verbund beteiligten Gesellschafter und Verkehrsunternehmen. Zu den wichtigsten Aufgaben des MVV gehören die Verkehrsplanung, das Tarifmanagement und die Kundeninformation.

MVV Netzplan (Stand November 2007)
MVV Netzplan (Stand November 2007)

Verkehrsunternehmen, die für den Münchner Verkehrsverbund fahren, sind derzeit:

  • DB Regio Bayern (S-Bahn München)
  • Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG, Stadtwerke München)
  • Bayerische Oberlandbahn (BOB)
  • Regionalverkehr Oberbayern (RVO), ein Unternehmen von DB Stadtverkehr
  • Regionale Omnibus- und Verkehrsunternehmen aus den umliegenden Landkreisen

Gesellschafter der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund GmbH (MVV) sind derzeit der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt München sowie die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Dachau, Ebersberg, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck, München und Starnberg.

Im Jahre 2005 hatte der MVV 580,66 Millionen Fahrgäste. Im MVV-Raum macht somit laut einer Statistik, die der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude vorstellte[1], jeder Einwohner jährlich 226 Fahrten.

2006 betrugen die Bruttoeinnahmen des MVV rund 576 Millionen €[2].

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Geschichte des MVV
  • 2 Verbundgebiet
  • 3 Verkehrsmittel
    • 3.1 S-Bahn
    • 3.2 U-Bahn
    • 3.3 Trambahn
    • 3.4 Stadtbus
    • 3.5 MVV-Regionalbus
    • 3.6 Regionalbahn und Regionalexpress
  • 4 Tarifsystem
    • 4.1 Bartarif
    • 4.2 Zeitkartentarif
  • 5 Quellen
  • 6 Siehe auch
  • 7 Weblinks

Geschichte des MVV

Schon in den 50er Jahren wurden in München, angesichts des immer stärker zunehmenden Individualverkehrs, Forderungen nach einem leistungsstarken öffentlichen Personennahverkehr laut.

Als nach Abschluss der Finanzierungsverhandlungen 1965 mit dem Bau der U-Bahn und 1967 mit dem Bau der S-Bahn begonnen wurde, musste ein einheitliches Tarifsystem für alle Verkehrsmittel geschaffen werden, um die Akzeptanz des neuen Systems bei den Bürgern sicherzustellen. Ein halbes Jahr vor Aufnahme des U-Bahn-Betriebs waren strittige Fragen zur Finanzierung und der Verteilung der Einnahmen geklärt und das Vertragswerk konnte unterzeichnet werden.

  • 5. April 1971: Die MVV GmbH wird durch die Deutsche Bundesbahn und die Landeshauptstadt München gegründet (mit jeweils einem Anteil von 50 %). Für München unterzeichnet der Oberbürgermeister Dr. Hans-Jochen Vogel den Vertrag und wird Aufsichtsrats-Vorsitzender. Der Freistaat Bayern und die umliegenden Landkreise sind im Aufsichtsrat vertreten.
  • 1. Juni 1971: Der MVV beginnt seine Tätigkeit
  • 28. Mai 1972: Beginn des Verbundverkehrs in München. Integration der S-Bahn (13 Vorortzugverbindungen), U-Bahn (12 km Netzlänge), Straßenbahn (125 km Netzlänge), Omnibus (276 km Netzlänge) sowie "Überlandbuslinien" der Deutschen Bundesbahn und der Deutschen Bundespost zu einem einheitlichen Netz. Der erste Verbundfahrplan tritt in Kraft.
  • 1994: Umwandlung der Bundes- und Reichsbahn in die Deutsche Bahn, die somit den S-Bahn-Betrieb übernimmt.
  • 25. August 1995: Gründung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) durch den Freistaat Bayern. Die BEG tritt nun als Bestellerin der Nahverkehrsleistungen gegenüber der Deutschen Bahn auf.
  • 30. April 1996: Umstrukturierung im Zuge der Bahnreform. Gesellschafter der MVV GmbH werden der Freistaat Bayern und kommunale Gebistskörperschaften. Der Bund, bisher Rechtsträger der Deutschen Bundesbahn, scheidet aus; die Landeshauptstadt München ist nicht mehr als Träger der Stadtwerke München, sondern als Bestellerin von Zugleistungen vertreten. Die Verkehrsunternehmen formieren sich im MVV-AV e. V.
  • 29. November 1998: Betriebsaufnahme der Bayerischen Oberlandbahn, bis Holzkirchen im MVV.
  • 27. Juni 2001: Gründung der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) als Tochtergesellschaft der Stadtwerke München. Sie übernimmt von den Stadtwerken den Betrieb von U-Bahn, Stadtbus und Tram im MVV.

Verbundgebiet

Der MVV umfasst die Landeshauptstadt München und die Landkreise München, Bad Tölz-Wolfratshausen, Dachau, Ebersberg, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck, Starnberg und Teilgebiete der Landkreise Landsberg am Lech (Geltendorf) und Miesbach (Otterfing und Holzkirchen) mit insgesamt 2,574 Mio. Einwohnern und einer Fläche von 5.470,36 km².[3]. Neben dem Oberzentrum München gehören auch das mögliche Oberzentrum Freising sowie, von Nord nach Süd geordnet, die Mittelzentren Moosburg, Erding, Dachau, Fürstenfeldbruck, Ebersberg, Grafing, Landsberg und Starnberg zum MVV-Gebiet.

Verkehrsmittel

S-Bahn Triebwagen der Baureihe 423
S-Bahn Triebwagen der Baureihe 423

S-Bahn

Das Münchner S-Bahnnetz hat eine Länge von 442 km und reicht bis ins Münchner Umland hinaus. Auf 10 S-Bahn-Linien fahren 238 S-Bahn-Züge der Baureihe ET 423 und 6 Züge der Baureihe VT 628. Die Anzahl der S-Bahnhöfe beträgt 147, davon sind acht Bahnhöfe unterirdisch gebaut. Pro Werktag befördert die S-Bahn München ca. 720.000 Fahrgäste[4].

Siehe auch: S-Bahn München

U-Bahn Wagen Typ C in Garching-Hochbrück
U-Bahn Wagen Typ C in Garching-Hochbrück

U-Bahn

Das Münchner U-Bahnnetz wird von der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) betrieben, die sich dazu der Stadtwerke München bedient, deren Tochtergesellschaft sie ist. Auf 98,4 km Streckenlänge fahren 6 Linien 96 U-Bahnhöfe an[5]. Dazu werden 534 Wagen (sechs Wagen bilden einen Langzug) der Baureihen A, B und C eingesetzt[6]. Beschleunigung und Halt der Züge erfolgen in der Regel computergesteuert, die Pünktlichkeit beträgt nach Angaben der MVG 98%.

Die einzige Linie, die den Stadtbereich verlässt, ist die U6, die in Garching endet.

Siehe auch: U-Bahn München

Tram Typ R3.3
Tram Typ R3.3

Trambahn

Das Münchner Trambahnnetz wird von der MVG betrieben, die hierzu die Stadtwerke München beauftragt, und besteht aus 10 Tages- und 4 Nachtlinien, die auf einer Streckenlänge von 71 km 148 Haltestellen anfahren. Eingesetzt werden 95 Züge der Baureihen P, R2.2 und R3.3.[6]

Die Linie 25 verlässt als einzige Trambahnlinie den Bereich der Stadt München. Sie endet in Grünwald.

Siehe auch: Straßenbahn München

MVG-Stadtbus
MVG-Stadtbus
Mercedes-Benz Citaro unterwegs auf einer außerstädtischen Linie
Mercedes-Benz Citaro unterwegs auf einer außerstädtischen Linie

Stadtbus

Das Münchner Busnetz wird von der MVG und ihren Subunternehmern (private Omniusunternehmen) betrieben. Es besteht aus 62 Tages- und 6 Nachtlinien, die auf einer Streckenlänge von 435 km insgesamt 842 Bahnhöfe und Haltestellen anfahren. Eingesetzt werden dafür 161 Solobusse und 225 Gelenkbusse, insgesamt 386 Fahrzeuge. Im Busnetz sind 24 km eigene Bus-Spuren ausgebaut.[6]

MVV-Regionalbus

Das Regionalbusnetz der MVV-Verbundlandkreise wird von der MVV GmbH organisiert, hat eine Länge von 4289 km und wird von 459 Bussen befahren. Im Gegensatz zum einheitlichen blau-lila der MVG-Fahrzeuge sind die Regionalbusse, beginnend in 2002, mittlerweile überwiegend in blau-weiß-grün lackiert, wobei das blau-weiß für die Farben der bayerischen Rauten und die Farbe grün für die Region steht. Der weiße Streifen an den Bussen trägt i.d.R. den Slogan des MVV "1 Netz. 1 Fahrplan. 1 Tarif." Nach 2002 hat die Qualität einen enormen Sprung gemacht, denn mittlerweile werden in den blau-weiß-grünen Bussen Barrierefreiheit, Rollstuhlstellplatz, Klimatisierung, TFT-Bildschirme für die Haltestellenanzeige, automatische Haltestellenansagen und der Verkauf des vollen Fahrausweissortiments geboten. In 2007 hinzu gekommen ist die Anzeige eines Newstickers, der vom Digitalradio des Bayerischen Rundfunks gespeist wird.[7]

Die MVV GmbH plant die Fahrpläne des MVV-Regionalbusverkehrs und beauftragt dann die RVO oder rund 50 andere regionale Verkehrsunternehmen mit der Durchführung.[8] Die Beauftragung erfolgt über eine direkte Auftragsvergabe oder europaweite Ausschreibungen.[9] Die Buslinien dienen dabei der weitläufigen Anbindung an das S-Bahnnetz, der Querverbindung zwischen mehreren S-Bahnlinien und der Feinerschließung der Verbundlandkreise. Teilweise wird auch der Schülerverkehr mit übernommen.[10] Siehe auch: Bussystem München

Regionalbahn und Regionalexpress

Neben einigen Regionalbahnhalten sowie Regionalexpress-Haltestellen mit gleichzeitigem S-Bahnanschluss gehört auch der Regionalexpress-Halt Moosburg zum MVV-Tarifgebiet. Er ist mit über 5.000 Reisenden täglich der meistgenutzte Durchgangsbahnhof außerhalb der S-Bahngebiete in Bayern, weshalb auch bereits Konzepte für einen Anschluss des (nach dem Regionalplan München besonders zu entwickelnden) Mittelzentrums Moosburg an das S-Bahnnetz erarbeitet wurden.

Tarifsystem

Bartarif

Im Bartarif können Einzel-, Mehrfahrten- und Tageskarten gekauft werden. Daneben gibt es in Kooperation mit bestimmen Veranstaltern Kombitickets, die gleichzeitig als Eintrittskarte und als MVV-Fahrschein gelten. Für Kinder und Jugendliche gelten ermäßigte Fahrpreise. Das Netzgebiet ist im Bartarif in eine Innenraum- und drei Außenraumzonen eingeteilt.

Seit 2002 werden Einzeltickets bei Bezahlung mit Geldkarte zu einem reduzierten Preis ausgegeben, der dem Preis einer Fahrt mit einer Mehrfahrtenkarte („Streifenkarte“) entspricht. Die MVG, die die flächendeckende Einführung von Fahrscheinautomaten mit Geldkartenfunktion maßgeblich vorangetrieben hat, erhofft sich durch die bargeldlose Zahlung Kosteneinsparungen. Außerdem ist geplant, die Geldkarte in Zukunft als Elektronischen Fahrschein zu nutzen, was eine breite Akzeptanz der Geldkarte als Zahlungsmittel voraussetzt.[11]

Zeitkartentarif

Für regelmäßige Nutzer des MVV gibt es eine Zeitkarte namens „IsarCard“. Sie gilt für den Zeitraum einer Kalenderwoche oder eines Kalendermonats. Daneben gibt es spezielle Angebote für Senioren, Schüler, Studenten und Auszubildende, Firmentickets und eine vergünstigte Zeitkarte, die werktags erst nach dem morgendlichen Berufsverkehr gilt. Allerdings gibt es in München im Gegensatz zu den meisten Universitätsstädten kein Semesterticket für Studierende. Die meisten Monatskarten können im Abonnement günstiger bezogen werden. Im Zeitkartentarif sind die vier Zonen des Bartarifs in insgesamt 16 Ringe unterteilt. Vor der Tarifreform im Jahr 1999 war das MVV-Gebiet im sog. „Allgemeinen Zeitkartentarif“ in 148 wabenförmige Zonen eingeteilt.

Quellen

  1. „Hier schreibt der OB“ 12.05.2006
  2. MVV-Entwicklung
  3. MVV - Verbundraumdaten
  4. S-Bahn München - Daten und Fakten
  5. MVG-Pressemeldung 12.10.2006
  6. a b c MVG in Zahlen
  7. [1]
  8. MVV - Statistik
  9. [2]
  10. [3]
  11. Geldkarte - Referenzen

Siehe auch

  • Liste deutscher Tarif- und Verkehrsverbünde

Weblinks

  • Münchner Verkehrs- und Tarifverbund
  • Sparen mit dem MVV

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